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PWA oder native App? Wann eine Web-App reicht

Eine Progressive Web App lässt sich installieren wie eine App, funktioniert offline und kann Benachrichtigungen senden, aus einer einzigen Codebasis. Was eine PWA kann, wo native Apps vorne liegen und wie man entscheidet.

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„Wir brauchen eine App“ ist ein häufiger Ausgangspunkt. Gemeint ist oft: Kunden sollen sie auf dem Startbildschirm haben, sie soll schnell öffnen, im Zug funktionieren und an Dinge erinnern. Eine native App für iOS und Android kann das alles, bedeutet aber zwei Einträge in App Stores, zwei Release-Prozesse und dass jedes Update durch eine Prüfung muss.

Eine Progressive Web App (PWA) ist der andere Weg: eine Website, die sich installieren lässt und sich wie eine App verhält. Für viele Projekte ist das alles, was es braucht.

1. PWA: was sie ist

Eine PWA ist eine Website mit drei Ergänzungen:

  • HTTPS: eine sichere Verbindung, die jede aktuelle Website ohnehin hat.
  • Ein Web App Manifest: eine kleine Datei mit Name, Icons, Farben und Startseite, damit sich die Website mit eigenem Icon installieren lässt und in einem eigenen Fenster ohne Browserleiste öffnet.
  • Ein Service Worker: ein Script zwischen App und Netzwerk. Er kann Dateien zwischenspeichern, damit die App sofort lädt und offline funktioniert, und er kann Push-Benachrichtigungen empfangen.

Das Ergebnis ist eine Codebasis, die im Browser läuft, auf dem Startbildschirm eines Handys und als Fenster auf dem Desktop.

2. Fähigkeiten: was eine PWA kann

  • Installation: Unter Android und in Desktop-Browsern wie Chrome und Edge bietet der Browser die Installation an. Auf iPhone und iPad wird sie über „Zum Home-Bildschirm“ im Teilen-Menü hinzugefügt, in Safari und seit iOS 16.4 auch in anderen Browsern.
  • Offline-Nutzung: Zwischengespeicherte Inhalte und Funktionen laufen ohne Verbindung weiter, und offline eingegebene Daten lassen sich später senden.
  • Push-Benachrichtigungen: unter Android und auf dem Desktop, und auf iPhone und iPad seit iOS 16.4 für PWAs auf dem Home-Bildschirm.
  • Gerätefunktionen: Kamera, Standort, Teilen mit anderen Apps, Dateizugriff, Bezahlen über den Browser.
  • Sofortige Updates: Eine neue Version geht live wie ein Website-Update. Keine Store-Prüfung, kein Warten, bis Nutzer aktualisieren.
  • Auffindbarkeit: Jeder Bildschirm hat eine URL. Er lässt sich verlinken, teilen und über Suchmaschinen finden.

3. Grenzen: wo native Apps vorne liegen

PWAs haben viel aufgeholt, aber manches geht nativ besser oder nur nativ:

  • Tiefer Hardwarezugriff: Bluetooth, NFC und manche Sensoren funktionieren in einigen Browsern, aber nicht in Safari unter iOS.
  • Arbeit im Hintergrund: Aufgaben, die laufen, während die App geschlossen ist, etwa durchgehende Standortverfolgung oder lange Synchronisierungen, sind begrenzt, besonders unter iOS.
  • Präsenz im App Store: Für einen Eintrag in Apples App Store braucht es eine native oder verpackte App. Bei Google Play und im Microsoft Store lassen sich PWAs veröffentlichen.
  • Sehr anspruchsvolle Apps: aufwendige 3D-Spiele, Videoschnitt oder alles, was jedes bisschen Leistung braucht.
  • Plattform-Integration: Widgets, tiefe Systemeinstellungen und manche Benachrichtigungsfunktionen bleiben nativen Apps vorbehalten.

4. Entscheiden: Fragen, die man stellen sollte

Eine PWA passt meist besser, wenn:

  • der Kern aus Inhalten, Formularen, Buchungen, Bestellungen oder einem Kundenbereich besteht,
  • Menschen sie nutzen können sollen, ohne erst etwas zu installieren,
  • Updates zügig und ohne Prüfung rausgehen sollen,
  • Suchmaschinen die Inhalte finden sollen.

Eine native App lohnt einen Blick, wenn:

  • die App auf Hardware- oder Hintergrundfunktionen angewiesen ist, die Browser unter iOS nicht bieten,
  • der App Store eine geschäftliche Anforderung ist,
  • die App selbst das Produkt ist und jede Plattformfunktion braucht.

Es gibt auch einen Mittelweg: zuerst eine PWA und später eine native Hülle darum für die Stores, oder native Apps nur für die wenigen Funktionen, die sie wirklich brauchen.

5. Design: App-Gefühl im Web

Ob sich eine PWA wie eine App anfühlt, hängt so sehr am Design wie an der Technik: ein Layout für Daumen, eine Navigation in Reichweite, schnelles Feedback bei jedem Tippen, sinnvolle Offline-Hinweise statt der Fehlerseite des Browsers und ein Icon und Startbildschirm, die zur Marke passen.

Die Kurzfassung

  • Eine PWA ist eine Website mit Manifest und Service Worker: installierbar, offlinefähig, kann Benachrichtigungen senden.
  • Sie läuft überall aus einer Codebasis, aktualisiert sich sofort und lässt sich über Suchmaschinen finden.
  • Nativ liegt vorne bei tiefem Hardwarezugriff, Hintergrundarbeit, dem App Store und sehr anspruchsvollen Apps.
  • Entscheide nach den Funktionen, die die App wirklich braucht, nicht nach dem Wort „App“.

Wenn du überlegst, ob deine Idee eine App oder eine PWA braucht, melde dich.