Zum Inhalt springen
Aktuell ausgebucht
← Alle Beiträge
· 4 Min. Lesezeit

UX Writing: warum Button-Texte und Fehlermeldungen verkaufen

Die kleinen Wörter einer Oberfläche entscheiden, ob Menschen ein Formular abschicken, sich zurechtfinden oder aufgeben. Was UX Writing ist, mit Beispielen für Buttons, Formulare, Fehlermeldungen und leere Zustände.

KI-Zusammenfassung anfordern

Eine Website kann großartig aussehen und Menschen trotzdem im letzten Schritt verlieren: ein Button, der nicht sagt, was als Nächstes passiert, ein Formularfeld, das niemand versteht, eine Fehlermeldung, die nach Maschine klingt. Die Wörter einer Oberfläche sind klein, aber sie stehen genau dort, wo Menschen entscheiden, ob sie weitermachen.

UX Writing ist das Handwerk dieser Wörter: Beschriftungen, Buttons, Hinweise, Meldungen, alles, was jemand liest, während er eine Website oder App benutzt.

1. UX Writing: was es ist

Werbetext will überzeugen. UX Writing will jemandem helfen, etwas zu erledigen. Es beantwortet die Fragen, die man in jedem Schritt hat: Wo bin ich, was kann ich hier tun, was passiert, wenn ich klicke, und was ist schiefgegangen?

Guter Oberflächentext ist:

  • Klar: eine Bedeutung, einfache Wörter, kein interner Fachjargon.
  • Kurz: so lang wie nötig, nicht länger. Menschen überfliegen, sie lesen nicht.
  • Nützlich: Er sagt, was zu tun ist, nicht nur, was falsch ist.
  • Einheitlich: Dasselbe heißt überall gleich.

2. Buttons: sagen, was passiert

Ein Button-Text ist ein Versprechen. Je klarer das Versprechen, desto mehr Menschen klicken.

  • „Absenden“ → „Nachricht senden“
  • „OK“ → „Projekt löschen“ (wenn das OK genau das tut)
  • „Weiter“ → „Weiter zur Zahlung“
  • „Hier klicken“ → „Preisliste herunterladen (PDF)“

Das Muster: ein Verb plus das, worauf es wirkt. Das hilft allen, besonders Screenreader-Nutzern, die oft von Button zu Button springen, ohne den Text drumherum.

3. Formulare: weniger Fragen, klarere Felder

In Formularen springen die meisten Besucher ab. Worte helfen, sie zu halten:

  • Labels bleiben sichtbar. Ein Platzhalter im Feld verschwindet, sobald jemand tippt, und mit ihm die Frage.
  • Sagen, warum man fragt. „Telefon (damit wir dich wegen der Lieferung erreichen)“ bekommt mehr Antworten als „Telefon*“.
  • Die Ausnahme markieren, nicht die Regel. Sind die meisten Felder Pflicht, werden die optionalen markiert.
  • Das Format vor dem Fehler zeigen. „Geburtsdatum (TT.MM.JJJJ)“ statt einer Fehlermeldung hinterher.

4. Fehler: erklären und helfen

Eine Fehlermeldung hat zwei Aufgaben: sagen, was schiefgegangen ist, und wie man es behebt. In der Sprache der Nutzer, nicht in der des Systems.

  • „Fehler 0x4F“ → „Deine Nachricht konnte nicht gesendet werden. Bitte prüfe deine Verbindung und versuch es noch einmal.“
  • „Ungültige Eingabe“ → „Bitte gib eine E-Mail-Adresse ein, etwa name@beispiel.de.“
  • „Passwort erfüllt nicht die Anforderungen“ → „Dein Passwort braucht mindestens 12 Zeichen.“

Auch der Ton zählt: keine Schuldzuweisung („Du hast einen ungültigen Wert eingegeben“), keine Ausrufezeichen, keine Witze, wenn gerade eine Bestellung fehlgeschlagen ist.

5. Leere Zustände und Bestätigungen

Einige der nützlichsten Texte erscheinen, wenn es nichts zu zeigen gibt, oder direkt nachdem etwas passiert ist:

  • Leere Zustände: ein leerer Warenkorb, eine Suche ohne Treffer, ein neues Konto ohne Projekte. „Keine Ergebnisse“ lässt Menschen stehen; „Keine Ergebnisse für ‚Eichentisch‘. Versuch einen kürzeren Begriff oder sieh dir alle Tische an“ bringt sie weiter.
  • Bestätigungen: Nach einem Formular sagen, was als Nächstes passiert. „Danke, deine Nachricht ist unterwegs. Eine Kopie kommt per E-Mail.“ Eine leere Seite mit „Erfolg“ lässt Fragen offen.

6. Tonalität: eine Art zu sprechen

Eine Marke hat eine Stimme in ihrer Werbung und sollte dieselbe Stimme in ihrer Oberfläche haben. Eine Bank spricht anders als ein Skateshop. Ein kurzer Leitfaden mit ein paar Regeln hält das über Seiten und Menschen hinweg einheitlich: Du oder Sie, wie Fehler formuliert werden, welche Begriffe wofür stehen, welche Wörter man meidet.

Bei mehrsprachigen Websites deckt der Leitfaden jede Sprache ab. Deutscher Text ist oft ein Drittel länger als englischer, Layouts brauchen dafür Platz, und eine wörtliche Übersetzung eines Button-Texts klingt selten so natürlich wie einer, der für die Sprache geschrieben ist.

7. Testen: Worte sind auch Design

Oberflächentext lässt sich testen wie jeder andere Teil eines Designs: ein paar Menschen beim Ausfüllen eines Formulars zuschauen, zwei Button-Texte vergleichen, schauen, wo Besucher abspringen. Kleine Änderungen im Wortlaut an viel genutzten Stellen, etwa an der Kasse oder im Kontaktformular, können einen messbaren Unterschied machen.

Die Kurzfassung

  • UX Writing ist der Text, den Menschen beim Benutzen einer Website lesen: Beschriftungen, Buttons, Hinweise, Meldungen.
  • Buttons sagen, was passiert: Verb plus Objekt.
  • Formulare halten Labels sichtbar, erklären, warum sie fragen, und zeigen Formate vorab.
  • Fehler erklären, was schiefging und wie man es behebt, ohne Schuldzuweisung.
  • Leere Zustände und Bestätigungen sagen, was als Nächstes zu tun ist.
  • Tonalität bleibt einheitlich, in jeder Sprache.

Wenn deine Website oder App klarer sprechen soll, melde dich.