Naming: wie ein Produkt zu seinem Namen kommt
Ein guter Name ist kurz, einprägsam, funktioniert in mehreren Sprachen und lässt sich auch wirklich nutzen. Wie ein Naming-Prozess abläuft, vom Briefing und der ersten langen Liste bis zu den Prüfungen, die über die Shortlist entscheiden.
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Ein Name ist das Erste, was Menschen über ein Produkt oder Unternehmen erfahren, und das, was sie am häufigsten wiederholen. Er landet auf der Website, in der Domain, auf der Verpackung, auf der Rechnung und in jedem Gespräch. Ihn zu finden, fühlt sich an, als müsste es ein Moment der Eingebung sein. In der Praxis ist es ein Prozess.
1. Das Briefing: was der Name leisten soll
Bevor Ideen gesammelt werden, hilft es, sich zu einigen, was der Name erreichen soll:
- Was wird benannt? Ein Unternehmen, ein Produkt, eine Funktion, ein Event.
- Wer soll ihn sich merken? Kunden, Partner, Investoren, Bewerber, in welchen Ländern.
- Was soll er vermitteln? Vertrauen, Tempo, Wärme, Präzision, Verspieltheit.
- Womit muss er zusammenpassen? Bestehende Marken, eine Produktfamilie, ein Logo, eine Domain-Endung.
- Was soll er meiden? Namen von Mitbewerbern, abgenutzte Wörter der Branche.
2. Arten: wie Namen gebaut sind
Namen gehören zu ein paar Familien, jede mit ihren Stärken:
- Beschreibend: sagt, was es tut. Klar, aber oft schwer für sich zu beanspruchen und zu schützen.
- Andeutend: deutet eine Eigenschaft oder ein Bild an, ohne es direkt zu beschreiben. Eine gute Balance aus Bedeutung und Eigenständigkeit.
- Erfunden: ein neues Wort. Sehr eigenständig und leichter zu sichern, aber die Marke muss es mit Bedeutung füllen.
- Echte Wörter in neuem Zusammenhang: ein vertrautes Wort für etwas Unerwartetes. Einprägsam und mit Charakter.
- Gründernamen und Abkürzungen: persönlich oder neutral, aber oft weniger einprägsam.
3. Ideen: die lange Liste
In der ersten Runde geht es um Menge. Mehrere Methoden helfen, eine lange Liste an Kandidaten zu erzeugen:
- Wortfelder rund ums Briefing: Bilder, Verben, Eigenschaften, Orte.
- Andere Sprachen: Latein, Japanisch, regionale Dialekte, für Klang und Bedeutung.
- Kombinationen und Fragmente: Wörter verbinden, kürzen oder verschmelzen.
- Metaphern: wie das Produkt ist, statt was es ist.
Eine lange Liste mit hundert Namen oder mehr ist normal. Die meisten fallen weg, und genau darum geht es.
4. Die Shortlist: Kriterien, die entscheiden
Die Kandidaten werden dann am Briefing gemessen:
- Leicht zu sprechen und zu schreiben, in jeder Sprache, in der die Marke genutzt wird. Ein Name, den man am Telefon buchstabieren muss, ist eine Hürde.
- Kurz und einprägsam.
- Eigenständig im Markt, nicht zu nah an bestehenden Namen.
- Passt zur Persönlichkeit, die im Briefing festgelegt ist.
- Raum zum Wachsen: Er passt noch, wenn das Angebot größer wird.
5. Prüfungen: lässt er sich nutzen
Die übrigen Namen durchlaufen praktische Prüfungen:
- Domain: Ist eine passende Domain frei, und sind die Social-Media-Namen verfügbar?
- Sprachcheck: Bedeutet der Name in anderen Sprachen etwas Ungewolltes oder klingt er unglücklich?
- Marke: Ob sich ein Name eintragen und nutzen lässt, ist eine rechtliche Frage; eine Markenrecherche durch Fachleute gehört an diese Stelle, bevor irgendetwas gestaltet wird.
6. Entscheidung: mit dem Namen leben
Die endgültige Wahl fällt leichter, wenn die Namen im Zusammenhang zu sehen sind: als Logo gesetzt, im Kopf einer Website, in einem Satz, laut ausgesprochen. Ein Name, der auf einer Liste ungewohnt wirkt, fühlt sich im Einsatz oft richtig an. Und jeder starke Name war einmal neu.
Die Kurzfassung
- Zuerst das Briefing: was der Name vermitteln soll, für wen und neben was.
- Namensarten: beschreibend, andeutend, erfunden, echte Wörter, Gründernamen.
- Lange Liste, dann eine Shortlist, gemessen an klaren Kriterien.
- Prüfungen: Domain, Social-Media-Namen, Sprache und eine Markenrecherche durch Fachleute.
- Im Zusammenhang entscheiden: als Logo, auf einer Website, laut ausgesprochen.
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